Sänger und Akkordeonist Robert "Dackel" Hirmer     Foto Karl Leitner

Rad Gumbo am 29.12.2023 im Diagonal Ingolstadt

Schon immer kokettierte die Band Rad Gumbo mit ihrer Herkunftsregion. „Straight From The Danube Swamps“ komme sie, kann man auf der Homepage nachlesen. Letzteres stimmt geografisch, weil Sänger und Akkordeonist Robert „Dackel“ Hirmer in Vohburg lebt und Bassist Erwin Schmidl sowie Schlagzeuger Gerhard Spreng in Ingolstadt, und es passt auch zu der Art von Musik, von Zydeco und Southern Rock, für die sie steht wie sonst kaum eine vergleichbare Band in der Region und weit darüber hinaus.

Wer Rad Gumbo nach all den Jahren immer noch nicht kennt, ist selber schuld. Oft genug ist die Band aufgetreten, diesmal tut sie das im Ingolstädter Diagonal. Eigentlich ist das Repertoire im Grunde so bekannt 
wie die Band selber. Die Songs der beiden preisgekrönten Alben sind auch beim Gig im Diagonal relevant. „Swamp Ride“, „The Spanish Inquisition“, „Pourqui Pourquoi“ und all die anderen Bandklassiker. Das zum Quartett erweiterte Trio versorgt seine Fans mit dem, was es bereits kennt, freudig beklatscht und bejubelt, das ist der eine Aspekt. Aber es gibt noch einen zweiten an diesem Abend zwischen den Jahren, und der ist noch viel interessanter.

 

 

Rad Gumbo ein Quartett? Seit wann das denn? – Genau das freilich ist der Knackpunkt, das Stichwort für die positiven Neuigkeiten bei diesem besonderen Konzert. Sie liegen in der Person des Gast-Gitarristen Jan Pfisterer, der die Stücke, die man sonst nur im Trio-Sound kennt, neu ausrichtet und farblich neu ausgestaltet. In der Tat, der Mann beherrscht seine Telecaster und harmoniert mit dem Akkordeon-Ass Hirmer perfekt. Was nicht von ungefähr kommt, denn Pfisterer ist Gründungsmitglied von The Gunmen, der Schwesterband von Rad Gumbo, die einst auch deren Keimzelle war. Fehlte nur noch Alex Laudenbach an den Keyboards und man wäre Zeuge eines der seltenen Konzerte des kompletten Ur-Quintetts. So weit kommt es zwar nicht, aber immerhin ist er nicht weit und sorgt hinter den Reglern und Knöpfen weiter hinten im Diagonal für den perfekten Saal- und Bühnensound.

 

Mit Pfisterer hat der Blues viel mehr Platz in der Setlist als sonst üblich. Man hört Stücke, die man sonst nie oder nur ganz selten hört, etwa John Lee Hookers „The Crawling King Snake“ und Richie Havens' „Freedom“ in Versionen von 16 und 13 Minuten mit „Dackel“ Hirmer in Höchstform und Robert Johnsons „Crossroads“ mit einem entfesselten Jan Pfisterer, das sogar Zweifel am Original auf der CD aufkommen lässt. Was für eine Hammer-Version. 

 

Es gibt Abende – und dieser ist so einer – an denen entsteht ein Sog, dem man sich gerne überlässt. Material hätte die Band vermutlich für weitere zwei Stunden, aber darum geht es nicht, sondern um die Intensität, die Tightness, für die neben den Solisten vor allem die Herren an Bass und Schlagzeug zuständig sind. Zwischen Schmidl, Spreng, Hirmer und Pfisterer passt kein Blatt Papier an diesem Abend und der wuchtige, satte Sound, der so optimal der Kraft des Blues entspricht und so gar nichts mit Krach zu tun hat, tut ein Übriges. Man ist am Ende nicht geplättet, sondern einfach nur glücklich. So geht ehrliche, handgemachte Musik, die einem die trüben Gedanken aus dem Hirn pustet und einfach nur gut tut. 

DK Karl Leitner 2.1.2024


Gig am 16.08.2020 Picnicnächte im Freibad Ingolstadt, Kritik vom Donaukurier  18.08.2020
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Pressestimmen zu Rad Gumbo

 

 

Süddt. Zeitung vom 06.08.08

Rad Gumbo Konzert im Lustspielhaus München

 

„Es gibt diesen wunderschönen Film „Schultze gets the Blues“, die Geschichte von einem pensionierten Polka spielenden Bergmann, der nach einem Erweckungserlebnis beim nächtlichen Radiospätprogramm die eigene Freiheit in der Zydeco-Musik Louisianas entdeckt. Ähnlich muss es wohl „Dackel“ Hirmer einst ergangen sein, dem Akkordeonisten und Sänger des Südstaatentrios Rad Gumbo aus Vohburg, der übrigens auch Schmetterlinge fotografiert. Jedenfalls hat er sich das musikalische Idiom des Mississipi-Deltas derart überzeugend zueigen gemacht, dass Gastgeber Albert C. Humphrey sich im Lustspielhaus ein paar Witze über die fehlende dunkle Hautfarbe des Hallertau-Musikpiraten nicht verkneifen konnte. Klar wurde jedenfalls nach wenigen Takten, dass hier jemand dank seiner musikalischen Wahlidentität sich im Motivbaukasten der Powerfolklore aus der New-Orleans-Region bestens zu bedienen versteht. ...Rad Gumbo zog damit den Joker des Abends....“

 

 

 

Augsburger Allgemeine vom 09.11.07

Rad Gumbo Konzert Jazztage Ingolstadt

 

„ Im knallvollen Babalu schließlich trat mit „Rad Gumbo“ um den großartigen -  und beinahe sträflich unterbewerteten – Sänger und Akkordeonisten „Dackel“ Hirmer eine der seit vielen Jahren besten Blues- und Tex-Mex-Bands dieser Region auf.  Blues? Hat nicht der Jazz auch im Blues eine seiner Wurzeln?“

 

 

 

Wolnzacher Anzeiger 17.04.07

Rad Gumbo Konzert beim Stilwirt Wolnzach

 

„Robert „Dackel“ Hirmers Rad Gumbo lief im Stilwirt zu Höchstform auf. ...Es war ein Zusammenrücken einer großen Live-Musik-Familie...Ja, kann ein Live-Musik-Abend schöner sein?

 

Da stimmte die Lautstärke, die Akustik, der Drive, das Einmalige. In jedem Gesicht spiegelte sich die Klasse dieses Abends. ......Noch nie war ich so stolz auf dieses Stück Wolnzach, das es mit jedem Platz auf der großen, weiten Welt an diesem Abend aufnehmen konnte.“